Pilze sammeln, von hier aus.
Sechs Wälder rund um Berlin. Wir sagen dir, wie die Woche im Wald steht, was gerade wächst und wie du sicher losgehst.
Wähl deinen Wald.
Die Ampel zeigt die Wachstumslage der Woche je Wald, geschätzt aus Wetterdaten — kein Versprechen. Welche Art am Ende wirklich im Korb liegt, entscheidet der Tag vor Ort. Stand 31. August, jede Nacht neu geschätzt.
„Der breiteste Monat. Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und für geübte Augen Herbsttrompeten — die volle Vielfalt.“
Der Wald im SeptemberWo die sechs Wälder liegen.
Der Korb zeigt, was diese Woche steht. Ein Klick führt in den Wald.
Der Spreewald steht auf Moor. Der hält Wasser, wenn anderswo längst nichts mehr geht, und trägt oft noch, wenn die Sandwälder aufgegeben haben. Auf Sand liegen Grunewald, Dahme-Heideseen und der Hohe Fläming: Dort merkst du eine trockene Woche sofort. Schorfheide und Märkische Schweiz stehen mit gemischtem Boden dazwischen.
Deshalb bekommt jeder Wald eigene Schwellen. Sonst stünde der Grunewald das halbe Jahr auf trocken und der Spreewald dauernd auf grün.
Der Grunewald hat seinen Bahnhof mitten im Wald: S7 raus und los. Am anderen Ende steht die Schorfheide, RE3 bis Eberswalde und weiter mit dem Bus 910. Dafür geht ein ganzer Tag drauf.
Dazwischen alles andere: Dahme-Heideseen über Königs Wusterhausen mit dem Bus 724, der Hohe Fläming mit dem RE7 bis Bad Belzig, die Märkische Schweiz mit RB26 und Bus 928 nach Buckow, der Spreewald mit dem RE2 bis Lübben.
Am einfachsten sind Grunewald und Dahme-Heideseen: kurze Wege, fester Boden, schnell wieder in der Stadt. Bei Dahme lohnt vorher ein Blick auf den Fahrplan, der Bus 724 fährt am Wochenende nur alle drei Stunden.
Die Schorfheide braucht etwa acht Jahre und Geduld fürs Suchen, drei bis vier Stunden mit vielen Stopps. Märkische Schweiz und Fläming gehen gut mit älteren Kindern, in beiden machen die Hügel den Gang abwechslungsreich.
Klick auf einen Korb zeigt, was dort gerade steht. Entfernungen Luftlinie ab Berlin-Mitte. Die Wachstumslage ist aus dem Wetter geschätzt, kein Fundversprechen.
Sicher losgehen.
Bevor du sammelst: den Blick schärfen und, wenn du magst, in Begleitung gehen. Kennen heißt nicht freigeben.
Woher die Ampel kommt.
Jede Nacht rechnen wir aus Bodenfeuchte, Regen, Verdunstung und Temperatur, wie günstig es gerade steht. Für jeden Wald einzeln, weil dieselbe Zahl auf Sand etwas anderes bedeutet als im Moor. Dazu kommt, was die einzelne Art braucht: Ein September-Pilz leuchtet im feuchten Juli nicht grün.
Was dabei nicht herauskommt, ist ein Fundversprechen. Regen heute heißt Pilze in ein bis zwei Wochen. Wo genau sie stehen, sagt keine Rechnung, und ob ein Fund essbar ist, schon gar nicht. Warum ein Gewitter dabei fast nichts zählt und drei Tage Landregen viel, steht in Was der Boden vom Regen behält.
Den ganzen Rechenweg zeigen wir im Pilzticker, mit allen Größen, Gewichten und Schwellen.
Mehr über das Sammeln rund um Berlin.
Was der Boden vom Regen behält.
Ein Gewitter macht noch keine Pilze. Was der Waldboden vom Regen behält, entscheidet über den Korb.
Grunewald oder Schorfheide? Ein ehrlicher Vergleich
Zwei Wälder, zwei Welten. Was näher liegt ist nicht immer das Bessere — aber manchmal doch.
Pilzsaison 2026 — wo, wann und mit wem
Pilze sammeln in Brandenburg ist kein Hobby. Es ist eine Haltung. Und sie beginnt vor der Saison.
Was oft gefragt wird.
-
In Berlin wie in Brandenburg gilt: geringe Menge für den eigenen Bedarf, geregelt in § 39 BNatSchG. Eine Kilo-Grenze nennt das Gesetz nicht, auch wenn das oft behauptet wird. Als vernünftiges Maß gelten ein bis zwei Kilo pro Person und Tag. Mehr braucht ein Korb selten, und mehr verarbeitet auch kaum jemand am selben Abend.
-
Im Grundsatz ja, mit einer wichtigen Ausnahme: Schutzgebiete. Im Spreewald sind die Kernzonen des Biosphärenreservats tabu, im Naturpark Dahme-Heideseen das Naturschutzgebiet Dubrow, im Hohen Fläming und in der Märkischen Schweiz die ausgewiesenen Naturschutzgebiete. Die Grenzen sind vor Ort ausgeschildert. Auf jeder Waldseite steht, was dort konkret gilt.
-
September ist der breiteste Monat: Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und für geübte Augen Herbsttrompeten. Im Oktober wird es nach dem Herbstregen am dichtesten, Maronen stehen dann fast überall. Der November ist Spätsaison mit Hallimasch und Austernseitlingen am Totholz. Welche Art wann dran ist, steht im Saisonkalender.
-
Nicht essen, und nicht im Netz gegenprüfen. Bildersuche und Bestimmungs-Apps liegen bei Doppelgängern regelmäßig daneben. Geh zu einer Pilzberatung: Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt für Berlin und die Brandenburgischen Landespilzsachverständigen für Brandenburg öffentliche Listen. Bei Vergiftungsverdacht hilft der Giftnotruf Berlin-Brandenburg unter 030 19240, außerhalb der Sprechzeiten der Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die acht häufigsten Verwechslungen kannst du im Verwechsler-Spiel üben.
-
Alle sechs. Am schnellsten der Grunewald, die S7 hält im Wald. Zum Naturpark Dahme-Heideseen fährst du mit RE2 oder RE7 bis Königs Wusterhausen und weiter mit dem Bus 724, der am Wochenende allerdings nur alle drei Stunden fährt. Für die Schorfheide nimmst du den RE3 bis Eberswalde und den Bus 910, das wird ein ganzer Tag. In den Hohen Fläming führt der RE7 bis Bad Belzig, von dort zu Fuß oder mit dem Rad.
-
Kein Plastikbeutel: Pilze verderben durch Luftabschluss und zerdrücken sich gegenseitig, ein flacher Korb ist Standard. Nach der Tour Zecken absuchen und den FSME-Impfstatus vor der Saison prüfen, denn Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße gelten laut RKI als Risikogebiet. Zwischen Oktober und Januar finden in vielen Revieren Drückjagden statt, ausgeschilderte Bereiche meiden. Und im Sommer die Waldbrandstufe prüfen: Ab Stufe 4 kann die Forstbehörde Teile des Waldes sperren.
Wir schreiben, wenn die Marone läuft.
Von Juli bis Oktober ein, zwei Mal im Monat: wo gerade was wächst, der ehrliche Stand, die nächste Tour.
Zum Newsletter