Was wächst gerade.
Pilze folgen dem Regen, nicht dem Kalender. Der Ticker liest die Böden Wald für Wald — die letzten Wochen und die nächsten Tage. Keine Garantie, ein ehrlicher Blick vor dem Losgehen.
So lesen wir das Pilzwetter.
Wir rechnen aus Bodenfeuchte, Regen und Temperatur eine Chance je Wald und Art, in vier Stufen: grau (noch nichts), gelb (vielleicht was), hellgrün (gute Chancen), dunkelgrün (voller Korb). Für jede Art zeigt das Höhenprofil, wie es die letzten Wochen stand und wohin es die kommende Woche läuft. Fruchtung braucht Zeit: Was heute an Regen fällt, steht meist erst in ein bis zwei Wochen im Wald.
Schorfheide & Barnim
Buchen- und MischwaldZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. Die nächsten Tage ändern an der Lage wenig.
Berlin Grunewald
KiefernforstZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. In den nächsten Tagen kommt Regen. Fruchtung braucht Vorlauf, sichtbar wird das eher in ein bis zwei Wochen als sofort.
Spreewald
Moor- und MischwaldZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. Die nächsten Tage ändern an der Lage wenig.
Hoher Fläming
Kiefern- und MischwaldZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. In den nächsten Tagen kommt Regen. Fruchtung braucht Vorlauf, sichtbar wird das eher in ein bis zwei Wochen als sofort.
Märkische Schweiz
Buchen- und MischwaldZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. Die nächsten Tage ändern an der Lage wenig.
Dahme-Heideseen
Kiefern-EichenwaldZu trocken für einen vollen Korb. Der Wald wartet auf Regen. In den nächsten Tagen kommt Regen. Fruchtung braucht Vorlauf, sichtbar wird das eher in ein bis zwei Wochen als sofort.
Wo steht welche Art gerade?
Freitagmorgens
Jede Woche selbst nachsehen?
Wir schicken dir die Lage aller sechs Wälder ins Postfach. Dazu, was gerade wächst und was sonst draußen dran ist.
Mai bis November wöchentlich, sonst monatlich. Abmelden mit einem Klick.
Was die Kurve zeigt.
Die Linie läuft seit dem 1. Juni und wächst jeden Tag um einen Punkt.
Bedingungen, keine Funde
Ein Hoch im Juli heißt: Der Boden hatte Wasser, die Temperatur passte. Wie viele Pilze standen, zeigt die Linie nicht.
Sieben Tage nach vorn
Ab heute ist es Wettervorhersage. Je weiter rechts, desto weicher die Aussage.
Gestern kann sich ändern
Der Wetterdienst korrigiert seine alten Werte laufend. Deshalb rechnen wir vergangene Tage bei jedem Lauf neu.
Für einen ganzen Wald zählt die beste Art des Tages. Steht eine Art auf voller Korb, steht der Wald auf voller Korb. Das ist bewusst optimistisch, die einzelnen Arten bewerten wir dafür streng.
Regen heute heißt Pilze in ein bis zwei Wochen. Wer am Tag nach dem Gewitter losgeht, ist meistens zu früh.
Woran das liegt und was der Waldboden vom Regen überhaupt behält, steht in Was der Boden vom Regen behält.
Wie wir rechnen.
Fünf Schritte, jede Nacht neu, für jeden Wald einzeln.
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Wetter holen
Open-Meteo liefert die Werte, für jeden Wald an den Stellen, die auf den Waldseiten als Zonen eingezeichnet sind. Ein Punkt allein kann eine Lichtung oder einen See erwischen, mehrere glätten das. Es sind Modellwerte, keine Sensoren im Boden.
2–3 Stellen im Wald -
Vier Größen ansehen
Bodenfeuchte in 9 bis 27 cm Tiefe, dort sitzt das Myzel. Dazu Regen und Verdunstung der letzten 14 Tage und die Mitteltemperatur der letzten zehn. Immer das Fenster davor, denn Pilze reagieren auf die Vorgeschichte.
9–27 cm Tiefe -
Zu einem Wert verrechnen
Sechzig Prozent Bodenfeuchte, vierzig Prozent die Bilanz aus Regen minus Verdunstung. Die Feuchte beschreibt den Zustand, die Bilanz die Richtung: Feuchter Boden bei starker Verdunstung ist auf dem Weg nach unten.
60 / 40 -
Auf den Boden eichen
Derselbe Wert heißt auf Sand etwas anderes als im Moor. Im Grunewald gilt der Boden ab 0,31 als nass, im Spreewald erst ab 0,53. Jeder Wald bekommt seine eigene Schwelle, und die stammt aus seinen gemessenen Werten der Saisons 2024 und 2025, nicht aus einer Schätzung.
0,31 gegen 0,53 -
Auf die Art anwenden
Jede Art bringt einen Feuchtebedarf und ein Temperaturfenster mit, daraus entstehen die vier Stufen. Außerhalb ihrer Saisonmonate bekommt eine Art gar kein Profil, sonst leuchtet ein September-Pilz im feuchten Juli grün.
4 Stufen
Was oft gefragt wird.
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Einmal pro Nacht, für alle sechs Wälder im selben Lauf. Danach steht der Wert für den Tag. Dass alle Wälder aus einem Lauf stammen, ist wichtiger, als es klingt: Vorher gab es zwei getrennte Berechnungen, die den Stichtag unterschiedlich herleiteten, und derselbe Wald konnte auf zwei Seiten zwei verschiedene Ampeln zeigen.
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Von Open-Meteo, je Wald an zwei bis drei Stellen mitten im Bestand, deren Werte gemittelt werden. Es sind dieselben Flächen, die auf den Waldseiten als Zonen eingezeichnet sind, ein bis vier Kilometer auseinander. Ein einzelner Messpunkt träfe womöglich eine Lichtung oder einen See und würde für das Waldgebiet danebenliegen. Gemessen wird nicht im Waldboden: Es sind Modellwerte, keine Sensoren.
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Dass Bodenfeuchte und Temperatur im Bereich liegen, den diese Art braucht, und dass sie gerade Saison hat. Arten außerhalb ihrer Monate bekommen kein Wetterprofil, ein September-Pilz leuchtet im feuchten Juli also nicht grün. „Voller Korb“ heißt, dass der Wert die Schwelle deutlich überschreitet. Es ist eine Einschätzung der Bedingungen, keine Zählung von Pilzen.
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Nein, und das ist Absicht. Die Einschätzung gilt für ein Waldgebiet von einigen Kilometern, nicht für den Hang hinter dem Parkplatz. Wo genau etwas steht, hängt von Baumart, Alter des Bestands und Bodenlage ab, und niemand veröffentlicht seine Stellen. Auf den Waldseiten stehen grobe Zonen, keine Punkte.
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Weil der Wetterdienst seine Vergangenheitsdaten laufend revidiert. Beim Neurechnen verschieben sich gespeicherte Tage manchmal geringfügig, nicht wegen einer Änderung an der Methode, sondern weil die Quelle andere Werte liefert als am Vortag. Für den qualitativen Verlauf ist das verkraftbar. Für Aussagen wie „am 14. Juni war es besser als heute“ taugt die Kurve nicht.
Der Boden ruft — jetzt das Wohin.
Zu den Wäldern