Wann wächst was.
Pilze folgen dem Wetter, nicht dem Datum. Trotzdem hat die Saison ihren Rhythmus — Monat für Monat, vom ersten Pfifferling bis zum letzten Hallimasch.
Der Rhythmus der Saison.
Die grünen Monate tragen am breitesten. Davor und danach lohnt sich der Gang fürs Gehen, nicht für den vollen Korb.
- Mai Anfang
- erster Pfifferling
Ganz früh. In guten, feuchten Jahren die ersten Pfifferlinge. Meist noch eine Sache für Geduldige, nicht für den Korb.
- Juni Anfang
- Pfifferling
- Sommersteinpilz
Sommerpilze. Pfifferlinge und in warmen, feuchten Sommern die ersten Steinpilze. Es hängt am Regen, nicht am Datum.
- Juli Anfang
- Pfifferling
- erster Steinpilz
Der Anfang. Pfifferlinge stehen, bei Regen die ersten Steinpilze. Wer jetzt geht, geht für den Wald, nicht für den vollen Korb.
- August Hauptzeit
- Steinpilz
- Marone
- Pfifferling
Übergang. Nach einem Regenwochenende schon volle Körbe, in trockenen Wochen wenig. Es kommt aufs Wetter an, nicht auf den Kalender.
- September Hauptzeit
- Steinpilz
- Marone
- Pfifferling
- Herbsttrompete
Der breiteste Monat. Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und für geübte Augen Herbsttrompeten — die volle Vielfalt.
- Oktober Hauptzeit
- Marone
- Steinpilz
- Hallimasch
Nach dem Herbstregen die dichteste Zeit. Maronen fast überall, Steinpilze in guten Jahren, erster Hallimasch an den Stümpfen.
- November Ausklang
- Hallimasch
- Austernseitling
- letzte Marone
Spätsaison. Hallimasch und Austernseitlinge an Totholz, die letzten Maronen bei mildem Wetter. Dann wird es still.
Welche Art wann wächst, sagt nichts über die Essbarkeit deines Funds. Unsichere oder unbekannte Funde gehen zur Pilzberatung — nicht ins Buch, nicht zu Wikipedia.
Lohnt sich's diese Woche.
Eine ehrliche Einschätzung je Region — keine Garantie, sondern ein Blick auf den Regen der letzten zwei Wochen.
- Schorfheide & Barnim
noch nichts
Trotz etwas Regen sind die Böden trocken, die Verdunstung war stärker. Wir würden kräftigen Regen abwarten.
Stand 20. Juli
- Berlin Grunewald
vielleicht was
Es hat geregnet, aber die warme Luft trocknet die Böden schneller, als der Regen nachkommt. Unter altem Baumbestand einen Versuch wert.
Stand 20. Juli
- Spreewald
vielleicht was
Es hat geregnet, aber die warme Luft trocknet die Böden schneller, als der Regen nachkommt. Unter altem Baumbestand einen Versuch wert.
Stand 20. Juli
Nur Eigenbedarf.
- Gesetz. In Berlin wie Brandenburg gilt nur „geringe Menge“ für den eigenen Bedarf. Eine Kilo-Grenze nennt es nicht.
- Faustregel. Ein bis zwei Kilo pro Person und Tag gelten als vernünftiges Maß, mehr braucht ein Korb selten.
Grundlage ist die „Handstrauß-Regel“ (§ 39 BNatSchG). In Naturschutzgebieten gilt: nichts entnehmen.
Du weißt, wann es lohnt — jetzt das Wohin.
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